Wiedereinführung der degressiven Abschreibung

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein StartUp-Beratung Steuerberatung

Bereits in unseren vorangegangenen Beiträgen informierten wir Sie umfassend über die staatlichen Hilfen und Erleichterungen im Rahmen der Coronakrise. Nun tritt durch die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung von Wirtschaftsgütern eine weitere Steuerhilfe hinzu.

Abschreibung von Wirtschaftsgütern

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Werden für ein Unternehmen Wirtschaftsgüter angeschafft, können diese im Rahmen der Steuererklärung steuerlich mindernd geltend gemacht werden (sog. Abschreibung). Durch den betrieblichen Aufwand vermindert sich so der Gewinn des Unternehmens.

§ 253 HGB
(1) Vermögensgegenstände sind höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die Abschreibungen nach den Absätzen 3 bis 5, anzusetzen…

Lineare Abschreibung

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Die lineare Abschreibung bildet den Regelfall der steuerrechtlichen Geltendmachung. Hierbei wird der Anschaffungspreis eines Wirtschaftsgutes in gleichen Jahresbeträgen geltend gemacht.

Beispiel:
Herr Müller kauft für sein Unternehmen eine Maschine zu einem Preis von 1000 Euro mit einer gewöhnlichen Nutzungsdauer von 8 Jahren. In seinen Steuererklärungen kann er acht Jahre lang jeweils 125 € steuermindernd geltend machen.

Wiedereinführung der degressiven Abschreibung

Am 29. Juni 2020 wurde nun das zweite Corona-Steuerhilfegesetz verabschiedet. In dessen Rahmen wurde auch die degressive Abschreibung, kurz Afa, wiedereingeführt. Ursprünglich wurde diese 2010 abgeschafft.

Degressive Abschreibung

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Bei der degressiven Buchwertabschreibung, § 7 Abs. 2 EstG, werden in den ersten Jahren höhere Abschreibungsbeiträge angesetzt. Allerdings sinken diese dann von Jahr zu Jahr. So kann im ersten Jahr maximal das 2,5-fache der linearen Abschreibung geltend gemacht werden.

Beispiel:
Herr Müller kauft für sein Unternehmen eine Maschine zu einem Preis von 1000 Euro mit einer gewöhnlichen Nutzungsdauer von 8 Jahren und wählt die degressive Abschreibung. Im ersten Jahr kann er so maximal das 2,5-fache der linearen Abschreibung (312,50 €) geltend machen.

Begrenzter Zeitraum

Gem. § 7 Abs. 2 S.1 EstG steht dem Steuerpflichtigen ein Wahlrecht zwischen der degressiven und der linearen Abschreibung seiner Wirtschaftsgüter zu.

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Zu beachten ist aber, dass die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung nur für Wirtschaftsgüter gilt, die zwischen dem 31.12.2019 und dem 01.01.2022 angeschafft bzw. hergestellt worden sind.

Vorteile der degressiven Abschreibung

Die degressive Abschreibung ist insbesondere für Wirtschaftsgüter sinnvoll, die in den ersten Jahren zwar intensiv genutzt werden, jedoch sehr schnell an Wert verlieren. Durch die Geltendmachung höherer Abschreibungsbeträge zu Beginn der Nutzung können so höhere Verluste vermieden werden. Denn die Abschreibungen entsprechen eher den tatsächlichen Wertminderungen.

Fazit

Durch das zweite Corona-Steuerhilfegesetz steht Unternehmern nun ein Wahlrecht zwischen der degressiven und der linearen Abschreibung von Wirtschaftsgütern zu. Welche Abschreibungsmethode sinnvoll ist, hängt im Einzelfall von den zu erwarteten Gewinnen des Unternehmens ab. Gerne beraten wir Sie hierzu.

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