Steuerrecht 2022: Mobilitätsprämie und Pendlerpauschale

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Allgemeines Zivilrecht Steuerberatung

Zahlreiche Arbeitnehmer:innen nehmen täglich lange Arbeitswege auf sich. In diesem Zusammenhang dürfte vielen die Pendlerpauschale bereits ein Begriff sein. Darüber hinaus wird es künftig auch eine so genannte Mobilitätsprämie geben. Wir fassen zusammen, was Sie hierzu wissen müssen!

Erhöhung der Pendlerpauschale

Mit der Pendlerpauschale können Selbständige und Arbeitnehmer:innen ihren Weg zur Arbeit steuerlich mindernd geltend machen.

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Bundesklimaschutzgesetzes ab 2021 die Pendlerpauschale für längere Strecken, d.h. ab dem 21. Kilometer, von 30 auf 35 Cent erhöht. Von 2022 bis 2026 wurde sie dann nochmal auf insgesamt 38 Cent erhöht. Für die Berechnung der Pendlerpauschale zählt die einfache Entfernung von der Wohnung zum Arbeitgeber. Die Pendlerpauschale gilt für 

  • Auto- und Motorradfahrer:innen,
  • Arbeitnehmer:innendie zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike und öffentlichen Verkehrsmitteln des Nah- und Fernverkehrs oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit pendeln.

Ist der Arbeitnehmer mit dem eigenen Auto unterwegs, kennt das Finanzamt steuerlich keinen Höchstbetrag. Werden für den Weg zur Arbeit öffentliche Verkehrsmittel benutzt, liegt die Höchstgrenze der Entfernungspauschale bei 4500 Euro pro Jahr.

Mobilitätsprämie soll Geringverdienende stärken

An der Pendlerpauschale wurde jedoch kritisiert, dass Geringverdiener, d.h. Menschen, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegen und deswegen keine Steuern zahlen müssen, von der Erhöhung nicht profitieren.

Damit diese Gruppe nicht leer ausgeht, wurde die so genannte Mobilitätsprämie eingeführt. Diese erhalten Arbeitnehmer:innen, die mit ihrem Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegen. Der Grundfreibetrag wurde zuletzt auf 10.347 Euro angehoben. Dieser erhöhte Freibetrag gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2022.

Ab dem 21. Kilometer zur Arbeit erhalten sie 14 Prozent der erhöhten Pendlerpauschale, d.h. 4,9 Cent bzw. ab 2022 5,43 Cent. Wer nur bis zu 20 Kilometer zur Arbeit fährt, geht aber weiterhin leer aus.

Die Mobilitätsprämie gibt es aber nur, wenn mit den Fahrtkosten der Arbeitnehmerpauschbetrag (2022: 1.200 Euro) überschritten wird.

Sie gilt ab 2021 und ist ebenso wie die erhöhte Pendlerpauschale bis 2026 befristet.

Beispiel:

Herr Müller ist nicht verheiratet und hatte 2021 ein zu versteuerndes Einkommen von 9.000 Euro. Damit liegt er unter dem Grundfreibetrag, so dass er keine Einkommensteuer zahlen muss. Allerdings erhält er deshalb auch keine Pendlerpauschale.

Er fährt aber an 150 Tagen im Jahr zur Arbeit. Sein Arbeitsweg beträgt jeweils 40 Kilometer hin und 40 Kilometer wieder zurück. Er profitiert daher von der Mobilitätsprämie, wenn er eine Steuererklärung abgibt.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung!

Fazit

Von der Mobilitätsprämie profitieren auch diejenigen, bei denen die Pendlerpauschale nicht anwendbar ist. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Steuererklärung abgegeben wird. Gerne unterstützen unsere Experten für Steuerrecht Sie hierbei!

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Steuerklassen, andere arbeitsrechtliche Fragen oder auch Fragen bei der Abrechnung von Arbeitsleistungen haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberatung und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne und jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

Ihre Steuerberater in Essen