Steuern bei gemeinnützigen Vereinen

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Gesellschaftsrecht StartUp-Beratung Steuerberatung

Bereits in unseren vorangegangenen Beiträgen stellten wir Ihnen die Grundzüge des Vereinsrechts sowie der Gemeinnützigkeit vor. Heute möchten wir Ihnen die steuerliche Behandlung des gemeinnützigen Vereins näher erläutern.

Gemeinnütziger Verein

Sind die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit erfüllt, kann auf Antrag des Vereins vom zuständigen Finanzamt die Gemeinnützigkeit als Status festgestellt werden. Mit dieser Feststellung ist eine Vielzahl steuerlicher Vergünstigungen für den Verein verbunden.

Dabei ist zwischen den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zu unterscheiden.

Tätigkeitsfelder des Vereins

Grundsätzlich können sich auch gemeinnützige Vereine wirtschaftlich betätigen. Dabei ist aber erforderlich, dass diese Betätigungen lediglich einen untergeordneten Nebenzweck der Vereinsarbeit darstellen. Je nach Art der genauen Betätigung sind die Vereinseinnahmen dann in vier Bereiche unterteilt:

  1. Ideeller Bereich
  2. Vermögensverwaltung
  3. Zweckbetrieb
  4. Steuerpflichtiger, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

Der ideelle Bereich

Der ideelle Bereich der Vereinsarbeit erfasst die unmittelbare Umsetzung des gemeinnützigen Satzungszweckes. Dazu zählen insbesondere Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse als Einnahmen. Diesen Einnahmen stehen beispielsweise Miet- oder Personalkosten gegenüber.

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Alle Einnahmen und Ausgaben aus dem ideellen Bereich sind steuerbegünstigt, so dass keine Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer zu entrichten ist.

Die Vermögensverwaltung

Auch die Vermögensverwaltung ist grundsätzlich dem ideellen Bereich des Vereins zuzuordnen. Sie ist dementsprechend steuerbegünstigt. Zur Vermögensverwaltung gehören dabei beispielsweise Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Zinsen sowie der Verkauf von Vermögensgegenständen.

Der Zweckbetrieb

Tätigkeiten, durch die Einnahmen erzielt werden sollen, zählen zum Zweckbetrieb des Vereins. Es handelt sich demnach um den Teil des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs, der zur Erfüllung des Satzungszwecks dient.

Beispiel:
Der Sportverein veranstaltet ein Showprogramm. Für die verkauften Tickets erhält er Eintrittsgelder, die wiederum zur Anschaffung neuer Geräte genutzt werden.

Die Einnahmen aus dem Zweckbetrieb sind teilweise steuerlich begünstigt. So ist keine Gewerbe- oder Körperschaftssteuer zu entrichten. Jedoch fällt ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von 7 % an.

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb umfasst alle Vereinstätigkeiten zur Mittelbeschaffung.

Beispiel:
Auf der Veranstaltung des Sportvereins werden Speisen und Getränke verkauft.

Die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind steuerlich nicht begünstigt, so dass neben dem normalen Umsatzsteuersatz von 19 % auch Körperschafts- und Gewerbesteuer anfallen.

Aufzeichnungs- und Nachweispflichten

Um den Status der Gemeinnützigkeit zu erhalten, muss der Verein einer Reihe von

  • Aufzeichnungs-,
  • Nachweis und
  • Aufbewahrungspflichten

genügen. Insbesondere müssen so die Herkunft und Verwendung der dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel lückenlos und nach den einzelnen Bereichen getrennt nachgewiesen werden. Formal sind dabei die Vorgaben des § 146 AO zu berücksichtigen.

Fazit

Der Status als gemeinnütziger Verein beinhaltet eine Vielzahl steuerlicher Vergünstigungen und Vorteile. Jedoch ist die Erhaltung des Status mit gesteigerten Anforderungen an den Nachweis der Zweckverwendung und Herkunft der Mittel verbunden. Für die steuerliche Bewertung von Einnahmen ist im Vereinsrecht zwischen vier Tätigkeitsbereichen zu unterscheiden.

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Wenn Sie Fragen rund um das Thema Steuern und Vereine haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberater und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne und jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

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