Steuern sparen durch Vorauszahlungen von Krankenversicherungsbeiträgen

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Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind steuerlich abzugsfähig. Die Regelungen des Einkommensteuergesetzes sind hierbei jedoch durch einige Besonderheiten gekennzeichnet. So ist zum Beispiel zu unterscheiden, ob es sich um sogenannte Basisabsicherungen oder um Wahlleistungen handelt. Ferner gibt es verschiedene Höchstbeträge und Vergleichsberechnungen zu beachten.

Steuern sparen durch freiwillige Vorauszahlungen

Steuerpflichtige können beispielweise noch in 2018 freiwillig Vorauszahlungen zur Krankenversicherung leisten, bzw. jetzt schon Beiträge zahlen, die eigentlich für 2019 bestimmt sind. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 EStG sind diese noch in 2018 als Sonderausgaben zu berücksichtigen, wenn sie nicht das zweieinhalbfache der Beiträge für das Jahr überschreiten, für das sie eigentlich bestimmt sind.

Durch freiwillige Vorauszahlungen zur Krankenversicherung in 2018 für 2019 kann also das Einkommen für 2018 effektiv gesenkt werden.

Zu beachten ist, dass die meisten Krankenkassen hier Fristen haben, die zu beachten sind und daher eine vorherige Kontaktaufnahme notwendig ist. Grundsätzlich funktioniert dieses Prinzip auch nur bei privaten Krankenversicherungen.

Basisabsicherung oder Wahlleistung

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 a) Satz 1 EStG werden unter den Basisabsicherungen nur bestimmte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezählt. Nach dem Gesetzeswortlaut sind es

Beiträge zu Krankenversicherungen, soweit diese zur Erlangung eines durch das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch bestimmten sozialhilfegleichen Versorgungsniveaus erforderlich sind und sofern auf die Leistungen ein Anspruch besteht.

Aus Vereinfachungsgründen können diese als die zwingend notwendigen Vorsorgeaufwendungen zusammengefasst werden.

Unter Wahlleistungen werden dann darüber hinaus gehenden Leistungen verstanden, also zum Beispiel Zusatzversicherungen etc. Diese sind dann gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG abzugsfähig. Die Krankenkassen stellen hierüber in der Regel Bescheinigungen aus, bzw. übermitteln die Daten automatisch an die Finanzverwaltung.

Steuerliche Abzugsfähigkeit

Die steuerliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen hat in der Vergangenheit verschiedene Gesetzesänderungen durchlebt, sodass es aktuell auch immer noch verschiedene Vergleichsberechnungen mit noch alten Gesetzesfassungen gibt, die noch in bestimmten Übergangsphasen Anwendung finden.

Aktuell sind allerdings folgende Regelungen insbesondere zu beachten:

Beiträge zur Basisabsicherung sind unbeschränkt abzugsfähig. Werden also Beiträge zur Basisabsicherung freiwillig geleistet, erhöht sich als steuerliche Volumen des Sonderausgabenabzugs.

Wahlleistungen sind gemeinsam mit allen anderen Vorsorgebeiträgen nach §§ 10 Abs. 1 Nr. 3 a) und Nr. 3a EStG maximal bis zu einem Betrag von 1.900,00 bzw. 2.800,00, je nachdem in welche Personengruppe der Steuerpflichtige eingruppiert wird, abzugsfähig.

Überschreiten die Basisabsicherungen also diese Höchstbeträge bereits, wirken sich die Wahlleistungen nicht mehr aus.

Fazit

Durch freiwillige Vorauszahlungen können also Steuern gespart werden. Ob dieses Modell sinnvoll ist oder nicht, muss im Einzelfall bewertet werden und erfordert in der Regel eine ausführliche Beratung.

 

Wenn Sie Fragen rund um dieses Thema oder andere steuerliche Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberatung und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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