Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

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Der Bundesrat hat beschlossen, dass in einem neuen § 7b EStG eine Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau verankert wird. Sie kann ausschließlich für neue Wohnungen in Anspruch genommen werden. Die Sonderabschreibung wird neben der regulären linearen Absetzung für Abnutzung (AfA) nach § 7 Abs. 4 EStG vorgenommen. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden 3 Jahren soll die Sonderabschreibung bis zu jährlich 5 Prozent betragen.

Welche Voraussetzungen hat die Sonderabschreibung?

  1. Durch Baumaßnahmen muss auf Grund eines nach dem 31.8.2018 und vor dem 1.1.2022 gestellten Bauantrags oder einer in diesem Zeitraum getätigten Bauanzeige neuer, bisher nicht vorhandener Wohnraum in einem Gebäude geschaffen werden, der für die entgeltliche Überlassung zu Wohnzwecken geeignet ist und die Voraussetzungen des § 181 Abs. 9 BewG erfüllt. Nicht förderfähig sind Aufwendungen für das Grundstück und für die Außenanlagen. Zudem sind Wohnungen ausgenommen, die nur zur vorübergehenden Beherbergung von Personen genutzt werden (z.B. Ferienwohnungen). 
  2. Die Obergrenze der Anschaffungs- oder Herstellungskosten beträgt 3.000 EUR je qm. Liegen die Kosten darüber, führt dies zum vollständigen Ausschluss der Förderung. 
  3. Die Wohnung muss im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden 9 Jahren der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken dienen. Dabei sind Räume, die sowohl Wohnzwecken als auch betrieblichen oder beruflichen Zwecken dienen, entweder ganz den Wohnzwecken oder ganz den betrieblichen oder beruflichen Zwecken dienenden Räumen zuzurechnen (je nach Schwerpunkt). Das häusliche Arbeitszimmer des Mieters ist den Wohnzwecken dienenden Räumen zuzurechnen.
  4. Die Sonderabschreibungen werden nur gewährt, soweit die EU-rechtlichen Voraussetzungen bezüglich De-minimis-Beihilfen eingehalten sind. 

Folgen von Verstößen

Wird gegen die Nutzungsvoraussetzung verstoßen, so führt dies zur rückwirkenden Versagung der bereits in Anspruch genommenen Sonderabschreibungen.

Die Anlaufhemmung der Festsetzungsverjährung orientiert sich entsprechend § 175 Absatz 1 Satz 2 AO am Eintritt des schädlichen Ereignisses und regelt somit bei früherem Verstoß auch einen früheren Beginn der Festsetzungsfrist. 

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Bemessungsgrundlage

Die Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibungen wird auf maximal 2.000 EUR je qm Wohnfläche begrenzt. Es sind allerdings die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu Grunde zu legen, wenn diese unter dem Maximalbetrag liegen.

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Steuern haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberater und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne für alle Fragen zur Verfügung.

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