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Die richtige Rechtsform wählen – was passt zu Ihrem Gewerbe?

12. Dezember 2025
Benedikt Renschler

Wer ein Gewerbe gründet, muss sich nicht nur um die Anmeldung kümmern, sondern auch um die Wahl der passenden Rechtsform. Diese Entscheidung sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen: Sie beeinflusst, wie Sie haften, welche Steuern fällig werden und wie flexibel Sie später wachsen können.

Einzelunternehmen - der einfachste Start

Die einfachste und schnellste Variante ist das Einzelunternehmen. Sie tragen keinen Gründungsaufwand außer der Gewerbeanmeldung und starten sofort durch. Aber: Sie haften mit Ihrem gesamten Privatvermögen. Das macht das Einzelunternehmen vor allem für kleine, überschaubare Tätigkeiten interessant.

GbR - ein gemeinsamer Start

Wenn Sie nicht alleine, sondern mit Partnern gründen, liegt die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) nahe. Sie ist schnell gegründet und günstig – ein einfacher Vertrag reicht oft aus. Allerdings haften hier alle Gesellschafter gemeinsam und unbeschränkt. Für kleine Teams mit viel Vertrauen kann das passen, bei höheren Risiken sollten Sie über Alternativen nachdenken.

UG (haftungsbeschränkt) - der „kleine Bruder“ der GmbH

Die Unternehmergesellschaft (UG) ist ideal, wenn Sie von Anfang an Ihr Privatvermögen schützen wollen, aber noch nicht genug Kapital für eine GmbH haben. Sie lässt sich schon mit 1 € Stammkapital gründen. Allerdings müssen Sie jedes Jahr Rücklagen bilden, bis das Stammkapital auf 25.000 € angewachsen ist – erst dann können Sie in eine „vollwertige“ GmbH umwandeln.

GmbH - solide und anerkannt

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist in Deutschland die bekannteste Kapitalgesellschaft. Sie genießt hohe Anerkennung im Geschäftsleben und schützt Ihr Privatvermögen zuverlässig. Das Stammkapital von 25.000 € macht die Gründung jedoch anspruchsvoller. Für Gründer mit größerem Vorhaben oder Investoren im Hintergrund ist sie aber oft die beste Wahl.

KG und GmbH & Co. KG - gemeinsam mit Investoren wachsen

Die Kommanditgesellschaft (KG) lohnt sich, wenn Sie Kapitalgeber ins Boot holen möchten, die nur Geld beisteuern, aber nicht mitentscheiden sollen. Die sogenannten Kommanditisten haften dann nur mit ihrer Einlage. Der Haken: Der Komplementär – also Sie als Gründer – haftet unbeschränkt.
Um dieses Risiko zu vermeiden, gründen viele Unternehmer eine GmbH & Co. KG. Dabei übernimmt eine GmbH die Rolle des voll haftenden Komplementärs. Diese Form ist steuerlich oft attraktiv und bei wachstumsstarken Unternehmen beliebt – für den klassischen Einzelgründer aber meist zu komplex.

Faustregel für Neugründer

  • Klein anfangen und alleine? → Einzelunternehmen
  • Mit Partnern? → GbR
  • Haftung beschränken mit wenig Kapital? → UG
  • Größeres Vorhaben oder Investoren? → GmbH
  • Kapitalgeber an Bord holen? → KG oder GmbH & Co. KG

Eine individuelle Beratung macht vor und während der Gründung einer Gesellschaft viel Sinn.

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