Prüfingenieure als Freiberufler

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Steuerberatung

Prüfingenieure, die Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen durchführen, erzielen Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 14.05.2019 entschieden. 

Sachverhalt

Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) waren zwei Diplom-Ingenieure (FH) und Prüfingenieure. Die GbR führte Haupt- und Abgasuntersuchungen an Kraftfahrzeugen durch. Das Finanzamt kam zu dem Ergebnis, dass die Ingenieure gewerbliche Einkünfte erzielt hätten und damit der Gewerbesteuer unterlägen. Denn den überwiegenden Teil der im Streitjahr 2009 durchgeführten Haupt- und Abgasuntersuchungen hatten die drei bei der Gesellschaft angestellten Prüfingenieure übernommen.

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Leistung muss dem Berufsträger zurechenbar sein

Der BFH hatte gegen das Vorgehen des Fiskus nichts einzuwenden.

Für die Beurteilung, ob einer freiberuflichen Tätigkeit nachgegangen wird ist grundsätzlich nicht relevant, wenn fachlich vorgebildete Arbeitskräfte bei den Ingenieuerstätigkeiten mithelfen. Erforderlich ist aber, dass die Leistung letztlich dem Berufsträger zugerechnet werden kann. Das ist nur dann der Fall, wenn er den wesentlichen Teil seiner Prüftätigkeiten selbst und eigenverantwortlich durchführt.

Hieran fehlt es, so der BFH, etwa bei einer Personengesellschaft, deren Gesellschafter zwar Prüfingenieure sind, die jedoch den überwiegenden Teil der Prüftätigkeiten durch angestellte Prüfingenieure durchführen lässt und sie dabei nur stichprobenartig überwacht. Somit waren im entschiedenen Fall sämtliche Einkünfte der GbR als gewerblich zu qualifizieren und unterlagen damit der Gewerbesteuer.

Fazit

Wer freiberuflich tätig ist, kann sich fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedienen, ohne dass die Freiberuflichkeit gefährdet ist. Voraussetzung ist aber, dass er weiterhin leitend und eigenverantwortlich tätig ist.

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