Grillen im Garten und auf dem Balkon

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Grillen: Nach dem Beginn der Grillsaison stellt sich Mietern und Hauseigentümern oftmals die Frage, ob und wie oft auf dem Balkon oder im Garten gegrillt werden darf und was in diesem Zusammenhang zu beachten ist.

Grillen auf dem Balkon der Mietwohnung

Gesetzlich ist das Grillen auf dem Balkon der Wohnung nicht generell verboten. Allerdings kann sich ein solches Verbot aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung ergeben. Auch kann der Vermieter im Einzelfall das Grillen untersagen, wenn erhebliche Mengen Rauch, Ruß oder dichter Qualm in die Nachbarwohnungen ziehen. Insoweit kann die Verwendung eines Gas- oder Elektrogrills zu empfehlen sein, da diese kaum Rauch produzieren. Auch Aluschalen können die Rauchentwicklung verringern. Bei einem Verstoß gegen ein Grillverbot kann der Vermieter Verwarnungen aussprechen oder – als ultima ratio – sogar fristlos kündigen. Letzteres wird aber erst bei wiederholten Verstößen gegen das Rücksichtnahmegebot unter Missachtung von erteilten Hinweisen und Beschwerden zulässig sein. Dem können Mieter etwa vorbeugen, indem sie geplante Grillabende ankündigen oder ihre Nachbarn (besonders nett) schlicht ebenfalls einladen.

Grillen im eigenen Garten

Auch das Grillen im eigenen Garten ist nicht uneingeschränkt zulässig. Es kann insbesondere dann verboten werden, wenn es wiederholt zu Störungen der Nachbarn kommt. Auch hier ist also Rücksicht auf die Belange der Nachbarn zu nehmen und die Nachtruhe zu wahren. Andernfalls muss der „Griller“ im Ernstfall befürchten, von seinem Nachbarn gerichtlich auf Unterlassung in Anspruch genommen zu werden.

Grillen im Park

Zur Vermeidung von Auseinandersetzungen mit den Nachbarn bietet sich alternativ der Gang in den Park an. Die hierbei zu beachtenden Vorschriften unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Generell gilt aber, dass überall gegrillt werden darf, wo dies, etwa durch ein Schild, ausdrücklich erlaubt ist. In der Stadt Essen ist das Grillen in frei zugänglichen öffentlichen Grünanlagen zum Beispiel erlaubt, wenn ein portabler Grill und handelsübliche Holzkohle benutzt werden. Unzulässig ist es, in der freien Natur, z.B.an einem Lagerfeuer, zu grillen. Hier drohen insbesondere in Naturschutzgebieten Bußgeldzahlungen von bis zu 2.500 €. Selbstverständlich ist immer der gesamte Müll inklusive Kohleresten zu entsorgen. Macht man dies nicht, können hierfür schon bei kleinen Mengen Bußgelder in Höhe von 10 bis 25 € verhängt werden.

Unterschiedliche Grillhäufigkeit

Die Frage, wie oft gegrillt werden darf, lässt sich nicht pauschal beantworten. So hat das Amtsgericht Berlin-Schöneberg entschieden, dass das Grillen 20 bis 25 Mal jährlich für jeweils etwa zwei Stunden bis spätestens 21 Uhr zulässig ist. Hingegen ging das Landesgericht Aachen in einem anderen Fall davon aus, dass der Grill nur zweimal monatlich zwischen 17 und 22:30 Uhr genutzt werden darf. Das Oberlandesgericht Oldenburg wiederum urteilte, dass das allabendliche Grillen bis 22 Uhr gestattet sei und viermal jährlich auch bis 24 Uhr gegrillt werden könne. Trotz der Unterschiedlichkeit dieser Entscheidungen ist allen Urteilen zu entnehmen, dass es letztendlich auf die Einhaltung des Gebots der Rücksichtnahme ankommt. Zur Vermeidung von unangenehmen und teuren Rechtsstreitigkeiten sollten daher Beschwerden von Nachbarn durchaus ernst genommen werden.

Fazit

Um Konflikte mit den Nachbarn, dem Vermieter oder der Polizei zu vermeiden, sollten “Griller“ stets Rücksicht nehmen, die Ruhezeiten einhalten sowie etwaige Verbote, wenn sie den bestehen, beachten.

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Grillen im Garten und/oder auf dem Balkon haben, wenden Sie sich einfach an unsere Rechtsanwälte für Mietrecht und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne und jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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