Gesetzesänderungen zum 01.01.2019 / Teil 2

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Mit unserem Beitrag vom 31.12.2018 haben wir bereits über verschiedene gesetzliche Änderungen zum Jahreswechsel informiert sowie mit unserem Beitrag vom 07.01.2019 über speziell für die Lohnbuchhaltung relevante Änderungen.

Dort finden Sie einen Überblick zu Themen wie Mindestlohn, Rentenreform, Familienentlastungsgesetz, Pflegereform oder Anerkennung des dritten Geschlechts sowie den Änderungen zur betrieblichen Altersvorsorge, Steuerfreiheit des Jobtickets und der Überlassung von Fahrrädern / Elektrofahrrädern und der steuerlichen Behandlung von Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Außerdem finden Sie dort eine Zusammenfassung der Änderungen bei den Beitragssätzen in der Sozialversicherung sowie die für die Lohnbuchhaltung relevanten Fristen für 2019.

Nachfolgend erhalten Sie noch eine Zusammenfassung der wichtigsten steuerlichen Änderungen.

Abgabepflichten für Steuererklärungen

Bisher mussten Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung ohne Hilfe eines Steuerberaters erstellt haben, diese bis zum 31.05. des Folgejahres abgeben. Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 verlängert sich die Abgabe bis zum 31.07. des Folgejahres. Das heißt, die Steuererklärung für 2018 muss dann bis zum 31.07.2019 beim Finanzamt eingereicht worden sein.

Wichtig: Werden Sie steuerlich beraten verlängert sich die Frist von bisher 31.12. des Folgejahres, auf den 28.02. des darauffolgenden Jahres. Also für 2018 endet die Frist dann zum 28.02.2020.

Veränderungen beim Verspätungszuschlag

Bisher waren die Sanktionen der Finanzverwaltung für die verspätete Abgabe von Steuererklärungen zwar der Höhe nach begrenzt, jedoch war es grundsätzlich eine Ermessensentscheidung des Sachbearbeiters der Finanzverwaltung, ob und wenn ja in welcher Höhe dieser festgesetzt wurde bzw. ob die Höchstgrenze ausgereizt worden ist.

Ab 2019 gibt es hierzu genaue gesetzliche Regelungen, unter anderem auch einen Mindest-Verspätungszuschlag. In § 152 AO finden sich hierzu die ausführlichen gesetzlichen Regelungen.

Aufzeichnungspflichten bei elektronischen Marktplätzen

Betreiber von elektronischen Marktplätzen, also z.B. Amazon, müssen ab dem 01.01.2019 für umsatzsteuerliche Zwecke Angaben über die Nutzer, also den sogenannten Zwischenhändlern, aufzeichnen. Nach § 25e Abs. 1 UStG kann es sogar passieren, dass der Betreiber des Marktplatzes für die Umsatzsteuer des Nutzers haften muss.

Gutscheine in der Umsatzsteuer

Ab 2019 wird die Unterscheidung zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen wichtiger und verändert daher auch den Zeitpunkt der Steuerentstehung. Bisher sah das Umsatzsteuergesetz vor, dass die Umsatzsteuer immer erst bei Einlösung des Gutscheins entsteht.

Bagatellgrenze zur E-Commerce Leistungen

Nach § 3a Abs. 5 UStG waren auf elektronischen Wege erbrachten Dienstleistungen (RFTE-Leistungen) an eine Person, die kein Unternehmer i.S.d. des UStG ist, bisher dort steuerbar, wo der Leistungsempfänger seinen Wohnsitz hat. Dieses bleibt grundsätzlich bestehen, jedoch wurde zum 01.01.2019 eine unionseinheitliche Bagatellgrenze von € 10.000,00 eingeführt.

Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau

Die Sonderabschreibung nach § 7b EStG soll für Bauanträge zwischen dem 01.09.2018 und 31.12.2021 gelten. Bisher erfolgte noch keine Zustimmung des Bundesrates und es bleibt daher abzuwarten, ob diese Gesetzesänderung noch erfolgt oder nicht.

Wir werden Sie regelmäßig über weitere gesetzliche Änderungen informieren sowie ausführliche Artikel zu den oben genannten Themen Zu veröffentlichen.

Wenn Sie Fragen rund um dieses Thema oder andere steuerliche Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberatung und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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Teil 1 – Gesetzesänderungen zum 01.01.2019