Geschenke im Steuerrecht

veröffentlicht am in der Kategorie Lohnbuchhaltung Steuerberatung

Geschenke sind steuerlich unterschiedlich zu behandeln. Zunächst ist zu unterscheiden, ob Empfänger dieser Zuwendung ein Arbeitnehmer oder ein Geschäftsfreund ist.

Geschenke an Arbeitnehmer

Geschenke an Arbeitnehmer sind unterschiedlich zu behandeln, je nachdem zu welchem Anlass sie erfolgen. Zu einem besonderen, persönlichen Ereignis (Geburtstag, Hochzeit, Verlobung, Jubiläum etc.) kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei ein Geschenk bis zum einem Wert von brutto € 60,00 zuwenden. Ist das Geschenk teurer, wird die gesamte Sachzuwendung steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Da in diesen Fällen auf die persönlichen Ereignisse des Arbeitnehmers abgestellt wird, kann ein Geschenk aus diesem Anlass auch mehrmals im Jahr oder auch im Monat erfolgen. Entscheidend ist nur, dass pro Geschenk die Freigrenze nicht überschritten wird.

Ferner können Arbeitnehmer ohne persönlichen Anlass Sachzuwendungen bis zu einem Wert von € 44,00 brutto pro Monat zugewendet werden. Sofern diese Grenze nicht überschritten wird, ist die Zuwendung steuer- und sozialversicherungsfrei. Sie kann neben den oben genannten € 60,00 erfolgen. Bei einer Überschreitung ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.

In beiden Fällen ist die Zuwendung eine abzugsfähige Betriebsausgabe und die darin enthaltene Vorsteuer kann abgezogen werden.

Bei einer Überschreitung kann in beiden Fällen auch die Pauschalbesteuerung nach § 37b EStG gewählt werden. Der Steuersatz beträgt dann 30%, zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 7% Kirchensteuer. In den Fällen der Pauschalbesteuerung sind die Bezüge sozialversicherungsfrei.

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Geschenke an Geschäftsfreunde

Handelt es sich um sogenannte Streuartikel sind steuerlich grundsätzlich keine Konsequenzen zu ziehen. Streuartikel sind Zuwendungen deren Einzelwert einen Betrag von netto € 10,00 nicht übersteigt. Das Geschenk ist nicht zu versteuern, bleibt abzugsfähige Betriebsausgabe und die Vorsteuer ist abzugsfähig.

Übersteigt der Wert des Geschenkes einen Betrag von netto € 35,00 nicht, handelt es sich weiterhin um eine abzugsfähige Betriebsausgabe. Ebenfalls bleibt die Vorsteuer abzugsfähig. Der Empfänger dieses Geschenkes muss diese Sachzuwendung aber grds. selbst im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung versteuern. Dieses ist in der Praxis sehr unüblich und muss vom Zuwendenden dokumentiert werden. Daher besteht hier die Möglichkeit einer Pauschalbesteuerung nach § 37b EStG mit 30%, zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 7% Kirchensteuer.

Überschreitet der Wert der Zuwendung den Wert von netto € 35,00 bzw. erhält derselbe Geschäftspartner innerhalb eines Jahres mehrere Geschenke, sind Besonderheiten zu beachten. Übersteigen diese jeweils den Wert von netto € 10,00 und in Summe den Wert von netto € 35,00, sind die Kosten insgesamt keine abzugsfähige Betriebsausgabe mehr und ebenfalls ist der Vorsteuerabzug nicht mehr möglich. Es ist unter den o.g. Grundsätzen eine Pauschalbesteuerung vorzunehmen.

Schon gewusst? Die pauschale Lohnsteuer sollte spätestens mit der Lohnsteuer-Anmeldung für Dezember gemeldet werden.

Fazit

Für die Praxis bedeutet das also, dass alle Geschenke, die einen Wert von € 10,00 netto übersteigen, pauschal besteuert werden sollten.

Wenn Sie Fragen rund um dieses Thema oder andere steuerliche Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberatung und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

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