Buchführung für Selbstständige: Die einfache Buchführung

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Gesellschaftsrecht StartUp-Beratung Steuerberatung

Wer ein Unternehmen führt, ist zur Erfassung seiner Einnahmen und Ausgaben verpflichtet. In Abhängigkeit von der gewählten Rechtsform ist dabei zwischen der einfachen und der doppelten Buchführung zu unterscheiden. Heute möchten wir Ihnen als Teil unserer Beitragsreihe für StartUps die einfache Buchführung vorstellen.

Ordnungsgemäße Buchführung

Grundsätzlich ist jedes Unternehmen zur Buchführung verpflichtet, wobei die Buchhaltungsmethode frei gewählt werden kann. Bereits in einem unserer vorangegangenen Beiträge informierten wir sie über die Anforderungen an eine ordnungsgemäßen Buchführung.

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Die Art der Buchführung ist gesetzlich vorgeschrieben und abhängig von der Größe und Rechtsform des Unternehmens. Dabei ist zwischen der einfachen und der doppelten Buchführung zu unterscheiden.

Einfache Buchführung

Bei der einfachen Buchführung werden alle Betriebseinnahmen und –ausgaben chronologisch erfasst und durch die Ablage der entsprechenden Belege bestätigt. Dabei werden für die gängigsten Arten sogenannte Konten als Unterrubriken, beispielsweise Mietkosten oder Telefonkosten, angelegt.

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Aufzeichnungspflicht

Die einfache Buchführung ist geeignet für Freiberufler und Kleingewerbetreibende sowie für Unternehmen, die in Form einer GbR oder Partnergesellschaft geführt werden.

Bei der einfachen Buchführung sind alle Einnahmen, Ausgaben und Abschreibungen entsprechend den Anforderungen der GoBD zu erfassen. Am Ende des Jahres ist als Auswertung der einfachen Buchführung eine Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) zu erstellen.

Einnahmenüberschussrechnung

Der Unternehmensgewinn berechnet sich dabei anhand einer einfachen Formel:

Einnahmen – Ausgaben – Abschreibungen = Gewinn

Dabei gilt im Rahmen der EÜR grundsätzlich das Zuflussprinzip: Die Zahlungen sind jeweils in dem Monat, in dem der Betrag dem Konto zugeflossen ist, zu erfassen.

Beispiel:
Herr Müller stellt im Dezember 2017 eine Rechnung über 1000€. Diese wird im Januar 2018 bezahlt.
Die Einnahmen sind damit dem Geschäftsjahr 2018 (Januar) zuzuordnen.

Einnahmen ermitteln

Als betriebliche Einnahmen sind zunächst alle Einkünfte, die aus der Gewerbetätigkeit entstehen, zu erfassen. Hierzu zählen beispielsweise an Kunden gestellte Rechnungen oder Warenverkäufe, aber auch die eingenommene Umsatzsteuer.

Ausgaben ermitteln

Demgegenüber stehen die Ausgaben ihres Unternehmens, beispielsweise Lohnkosten oder Ausgaben für eingekaufte Waren. Auch die hierin enthaltene Vorsteuer sowie etwaig bezahlte Umsatzsteuer ist als Ausgabe zu erfassen.

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Investitionen erfassen

Investitionen, beispielsweise für die Neuanschaffung eines Firmenwagens oder eines Laptops, werden im Anlagenverzeichnis aufgeführt. Investitionen wirken nicht unmittelbar gewinnmindernd, können jedoch als Abschreibungsbeträge anhand der Abschreibungstabellen in Abzug gebracht werden.

Das Abschreibungsverzeichnis muss neben einer genauen Bezeichnung des Wirtschaftsgutes,des Anschaffungsdatums und –preises insbesondere auch die voraussichtliche Nutzungsdauer sowie den entsprechend angesetzten Abschreibungsbetrag enthalten.

Übermittlung an das Finanzamt

Die so erstellte EÜR ist dann als Teil der Steuererklärung über die Elster Software an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.

Fazit

Die einfache Buchführung dient vor allem dem Zweck, die Gewinnermittlung und die Berechnung der Steuerlast für kleinere Unternehmen zu erleichtern. Jedoch darf auch hier keinesfalls auf eine vollständige, systematische und überprüfbare Ablage der entsprechenden Belege verzichtet werden.

Schon gewusst? Die Kanzlei Schumacher steht Ihnen mit kompetenter Steuerberatung und Rechtsanwälten in Essen zur Seite.

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