Der Dienstwagen im Steuerrecht

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Arbeitsrecht Lohnbuchhaltung Steuerberatung

Ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Dienstwagen zählt für viele Arbeitnehmer zu den attraktivsten Zusatzleistung – aber wie ist dieser steuerlich zu behandeln?

Für den Arbeitgeber: Dienstwagen als Betriebsvermögen

Stellt der Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung, verliert er dadurch nicht sein Eigentum – der Arbeitnehmer darf das Fahrzeug lediglich nutzen. Der Dienstwagen gehört damit auch weiterhin zum Betriebsvermögen des Arbeitgebers. Das hat zur Folge, dass für ihn alle Kosten wie etwa Versicherungen, Reparaturen und Benzin- sowie Abschreibungskosten Betriebsausgaben darstellen, wenn der PKW zu mindestens 50 % betrieblich genutzt wird. Außerdem ist der Arbeitgeber in Höhe des Kaufpreises zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Für den Arbeitnehmer: Dienstwagen als geldwerter Vorteil

Wird ein Dienstwagen auch privat genutzt, wird der Arbeitnehmer sich häufig keinen zusätzlichen PKW anschaffen müssen und hat dennoch ein Fahrzeug zur Verfügung. So entsteht für ihn ein “geldwerter Vorteil”. Der Fahrzeughalter hat die Wahl zwischen der Bruttolistenpreis– und der Fahrtenbuchmethode, um diesen Vorteil zu versteuern.

Bruttolistenpreismethode

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Bei der Bruttolistenpreismethode, auch bekannt als ‚1%-Regel‘, ist pro Monat 1% des Listenpreises zuzüglich der Kosten der Sonderausstattung zum Zeitpunkt der Erstzulassung vom Arbeitnehmer zu versteuern. Der Anteil an Privatfahrten mit dem Dienstwagen wird dabei nicht genau ermittelt, sondern durch diese Versteuerung pauschal erfasst. Hinzu kommt noch die pauschale Besteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Beispiel:

Ein Fahrzeug wird 2016 zu einem Bruttolistenpreis von 30.000 € erworben. Als geldwerter Vorteil sind dann pro Monat 300 € (1% von 30.000 €) zu versteuern.

Fahrtenbuchmethode

Alternativ kann ein Fahrtenbuch geführt werden. Dabei wird der Anteil der privat gefahrenen Kilometer an den Gesamtkilometern mit allen durch die Fahrzeughaltung und –nutzung angefallenen Kosten multipliziert, um den geldwerten Vorteil zu bestimmen.

Beispiel:

Ein Fahrzeug wird 2016 zu einem Bruttolistenpreis von 30.000 € erworben; das Fahrzeug wird laut Fahrtenbuch zu 20 % privat genutzt.
Für das Jahr 2018 können als Kosten neben der Abschreibung (16,67 % pro Jahr; d.h. 5001 €) alle Betriebs- (z.B. Kraftstoff, Waschanlage; sei 1500 €) Fix- (z.B. Steuer, Versicherung; sei 1500 €) und Werkstattkosten (sei 499 €) geltend gemacht werden. Als Gesamtkosten ergäben sich dann 8500 €; als geldwerter Vorteil wären 1700 € (20 % von 8.500 €) zu versteuern

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Zuzahlungen wirken steuermindernd

Nicht ungewöhnlich ist es auch, dass der Arbeitnehmer sich an den Kosten des Firmenwagens beteiligt. Dies kann beispielsweise durch einen monatlichen Pauschalbetrag, eine Kilometerpauschale oder die Übernahme der Leasingrate erfolgen. Zuzahlungen des Arbeitnehmers sind dann als Aufwendungen für die Bestimmung des geldwerten Vorteils negativ zu berücksichtigen.

Beispiel:

Herr Müller bezahlt monatlich 200 € und darf seinen Firmenwagen (Listenpreis 50.000 €) auch privat nutzen.
Nach der 1-% Regelung müsste er monatlich 500 € als geldwerten Vorteil versteuern. Hiervon ist die monatliche Zuzahlung von 200 € abzuziehen. Es verbleibt ein zu versteuernder Betrag von 300 €.

Fazit

Dienstwagen können damit auch weiterhin einen attraktiven Benefit im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses darstellen. Der Dienstwagen verbleibt dabei im Betriebsvermögen des Arbeitgebers und ist dem Arbeitnehmer lediglich zur Nutzung überlassen. Beteiligt sich der Arbeitnehmer an den Kosten des Dienstwagens, wirkt sich dies für ihn steuermindernd aus.

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