Corona 2021: Überbrückungshilfe III

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein

Auch im neuen Jahr beschäftigt uns das Corona-Virus wie kaum ein anderes Thema. Bereits seit dem 28. Oktober 2020 befindet sich Deutschland im zweiten Lockdown. Dabei wurden die Bestimmungen aufgrund der gleichbleibend hohen Infektionszahlen mehrfach verschärft.

Im Zuge der mit der Pandemie verbundenen wirtschaftlichen Belastungen für von Schließungen und Einschränkungen betroffenen Unternehmen und Selbstständigen wurden umfassende Wirtschaftshilfen von staatlicher Seite zugesagt. Zuletzt informierten wir Sie in unserem vorangegangenen Rundschreiben über die, mit dem erneuten Lockdown beschlossenen, Novemberhilfen.

Update: Neue Verbesserungen

Im Rahmen der Verlängerung des derzeit geltenden Lockdowns mit seinen Beschränkungen und Schließungen sind nun zusätzliche Unterstützungen von staatlicher Seite zugesagt worden.

So soll insbesondere

  • die Beantragung vereinfacht und
  • die Förderungssumme erhöht werden.
  • Zudem sollen künftig mehr Unternehmen antragsberechtigt sein.

Überbrückungshilfe II

Der Förderzeitraum der ursprünglich zur Verfügung gestellte Überbrückungshilfe II endet mit dem 31. Dezember 2020. Beantragt werden können die Hilfen aber noch bis zum 31. Januar 2021.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung!

Im Zuge der erneuten Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns ist nun die neue Überbrückungshilfe III mit der „Dezemberhilfe“ und der „Neustarthilfe“ für Soloselbstständige beschlossen wurden. Das Wichtigste haben wir für Sie zusammengefasst.

Überbrückungshilfe III

Die neue Überbrückungshilfe III knüpft nahtlos an den Förderungszeitraum der Überbrückungshilfe II an. Sie kann bis Ende Juni 2021 fortgeführt und erweitert werden. Dabei enthalten die neuen Hilfen erneut erhebliche Verbesserungen für Betroffene und Antragsteller.

Zugang vereinfacht

Demnach sollen künftig alle Unternehmen antragsberechtigt sein, die

  1. einen maximalen Jahresumsatz von 750 Mio. Euro erzielen und
  2. in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 zu verzeichnen haben.

Die neuen Regelungen zur Überbrückungshilfe III sollen dabei rückwirkend auch schon für den Zeitraum November und Dezember 2020 und bis längstens Juni 2021 gelten.

Höhere Betriebskostenerstattungen

So können künftig Betriebskostenerstattungen für

  • Ausgaben für Instandhaltung,
  • Modernisierungsmaßnahmen zur Erfüllung von Hygienemaßnahmen und
  • Kosten für Abschreibungen

bis zu maximal 200.000 Euro pro Monat angesetzt werden. Bisher waren lediglich 50.000 Euro pro Monat zugelassen.

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Voraussetzungen und Antragstellung

Die Voraussetzungen sowie die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III entsprechen weitestgehend jener der Novemberhilfen. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die

  • von den temporären Schließungen betroffen sind und
  • damit einhergehend erhebliche Umsatzeinbußen erleiden.

Ausreichend ist dabei auch eine mittelbare Betroffenheit; etwa im Rahmen einer faktischen Betroffenheit durch den Wegfall von Auftraggebern aufgrund der Krise.

Umsatzeinbußen bei nicht von Schließungen betroffenen Unternehmen

Erforderlich sind weiterhin erhebliche Umsatzeinbußen. So muss der Betroffene geltend machen, dass

  • Zwischen April bis Dezember 2020 in zwei aufeinanderfolgenden Monaten Umsatzeinbußen von mindestens 50 % oder
  • im Zeitraum April bis Dezember 2020 durchschnittlich Umsatzeinbußen von mindestens 30 % oder
  • im November und/oder Dezember 2020 Umsatzrückgänge von mindestens 40 %

zu verzeichnen waren. Betroffene Unternehmen erhalten einen Fixkostenzuschuss von bis zu 200.000 Euro pro Monat. Diese Regelung gilt für Unternehmen aller Branchen, die nicht direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen sind.

Umsatzeinbußen bei von Schließungen betroffenen Unternehmen

Von Schließungen mittelbar oder unmittelbar betroffene Unternehmen können sogar einen Fixkostenzuschuss von bis zu 500.000 Euro erhalten. Hierauf können Abschlagszahlungen bis zu 50.000 Euro geleistet werden. Hierzu ist erforderlich, dass

  • im Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 das Unternehmen direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen war und
  • daraufhin Umsatzeinbußen von mindestens 30 % zu verzeichnen waren.

Hiervon betroffen sind insbesondere Unternehmen, wie der Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe (z.B. Friseure oder Kosmetikstudios).

Nicht von Schließungen betroffene Unternehmen

Darüber hinaus sind auch Unternehmen förderungsberechtigt, die im Zeitraum Januar bis Juni 2021 mit bundesweiten Schließungen Umsatzeinbrüche von mindestens 40 % erlitten haben, ohne direkt oder indirekt von den Schließungen betroffen zu sein. Diese können auf Antrag einen maximalen Fixkostenzuschuss von 200.000 Euro je Schließungsmonat erhalten.

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Mehr förderfähige Kosten

Dabei wurde zugleich der Katalog der förderfähigen Kosten erweitert. Künftig sind auch

  • Investitionen in die Digitalisierung sowie
  • Umbaukosten für Hygienemaßnahmen

als förderfähige Kosten ansetzbar. Dabei werden auch Kosten berücksichtigt, die unabhängig vom konkreten Förderzeitraum zwischen März 2020 und Juni 2021 angefallen sind. Anrechenbar sind maximal 20.000 € monatlich.

Erstattungen bis zu 90 %

Auch die Höhe der Erstattungen hängt von den erlittenen Umsatzeinbußen ab. So werden bei Erfüllung der oben genannten Voraussetzungen bei Umsatzeinbrüchen

  • über 70 % von den monatlichen Fixkosten 90 %,
  • zwischen 50 und 70 % von den monatlichen Fixkosten 60 % und
  • unter 50 % von den monatlichen Fixkosten 40 % erstattet.

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Höheres Fördervolumen

Antragsberechtigte Unternehmen können künftig bis zu maximal 1,5 Mio. Euro Überbrückungshilfe pro Monat erhalten.

Jedoch sind die Obergrenzen des europäischen Beihilferechts zu beachten.

Die Förderungen können in Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Erste Abschlagszahlen sind derzeit für Februar geplant, die regulären Auszahlungen sollen im März folgen.

Neustarthilfen

Darüber hinaus sind im Rahmen der Überbrückungshilfe III sogenannte Neustarthilfen für Soloselbstständige vorgesehen. Hierbei handelt es sich um eine einmalige Betriebskostenpauschale bis zu 5.000 Euro, die als pauschale Neustarthilfe dienen soll.

Achtung! Eine Beantragung der Neustarthilfe ist nur alternativ zur Fixkostenerstattung möglich!

Bei den Neustarthilfen handelt es sich um einen steuerbaren Zuschuss für den Zeitraum bis Ende Juni 2021. So können Soloselbstständige einmalig 50 % des Umsatzes aus dem siebenmonatigen Vorkrisenzeitraum aus 2019 erhalten.

Hilfen für besonders betroffene Branchen

Einzelhandel

Im Einzelhandel können Abschreibungen auf Saisonware und verderbliche Ware zu 100% als Fixkosten angesetzt werden.

Reisebranche

Für die Reisebranche ist eine umfassende Berücksichtigung der Kosten und Umsatzausfälle durch Absagen und Stornierungen zugesagt worden.

Soloselbstständige

Die Neustarthilfe für Soloselbstständige ist auf einmalig 50% des Referenzumsatzes verdoppelt worden. Zugleich wurde die maximale Betriebskostenpauschale auf 7.500 Euro erhöht.

Antragstellung

Die Antragstellung für die Novemberhilfen erfolgt durch Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, vereidigten Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen. So soll ein Missbrauch verhindert werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung!

Eine Ausnahme gilt für Soloselbstständige. Diese sind bis zu einem Förderungshöchstsatz von 5.000 Euro selbst zur Antragstellung berechtigt.

Eine Antragstellung ist derzeit noch nicht möglich. Wir informieren Sie mit einem separaten Schreiben, sobald die Antragstellung möglich ist!

Weitere Fragen?

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen zur Verfügung. Gerne unterstützen wir Sie auch bei den notwendigen Vergleichsrechnungen und stellen für Sie die erforderlichen Anträge. Zögern Sie nicht uns kontaktieren.

Schon gewusst? Die Kanzlei Schumacher steht Ihnen mit kompetenter Rechtsberatung in Essen zur Seite.

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Steuern und Vereine haben, wenden Sie sich an unsere Steuerberater und vereinbaren einen Termin. Wir stehen Ihnen gerne und jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an 0201/24030.

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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