Corona 2020: Die Novemberhilfen

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Allgemeines Zivilrecht Corona Gesellschaftsrecht Steuerberatung

Seit Anfang November 2020 gilt in Deutschland aufgrund steigender Infektionszahlen des Corona-Virus ein sog. „Lockdown light“. Im Zuge der damit einhergehenden wirtschaftlichen Belastungen für von Schließungen und Einschränkungen betroffenen Unternehmen und Selbstständigen wurden erneut umfassende Wirtschaftshilfen von staatlicher Seite zugesagt. Nun gibt es vom Bundesfinanzministerium weitere Informationen zu diesen Novemberhilfen. Hierzu haben wir Ihnen das Wichtigste zusammengefasst!

Die Novemberhilfen

Bei den Novemberhilfen handelt es sich um eine außerordentliche Wirtschaftshilfe von staatlicher Seite. Empfänger der Novemberhilfen erhalten 75 % des ihnen entgangenen Umsatzes ersetzt. Hierfür werden vom Bund bis zu 10 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

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Antragsberechtigte Unternehmen

Antragsberechtigt sind

  • alle Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen,
  • die von den temporären Schließungen betroffen sind und
  • Umsatzeinbußen von mindestens 80 % vorweisen können.

Ausreichend ist dabei auch eine mittelbare Betroffenheit; etwa im Rahmen einer faktischen Betroffenheit durch den Wegfall von Auftraggebern aufgrund der Krise.

Beispiel:
Eine Wäscherei, die sich auf Hotels spezialisiert hat, erleidet aufgrund der Hotelschließungen massive Umsatzeinbußen

Erfasst sind dabei auch öffentliche sowie gemeinnützige Unternehmen (z.B. Schwimmbäder oder Theater).

Umsatzeinbußen von mindestens 80 %

Erforderlich sind Umsatzeinbußen von mindestens 80 %. Als Vergleichswert wird der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019 herangezogen.

Für Unternehmen, die erst nach dem 31. Oktober 2019 gegründet wurden, besteht ein Wahlrecht: So können sie entweder auf den durchschnittlichen Wochenumsatz im Oktober 2020 oder den durchschnittlichen Wochenumsatz seit Gründung abstellen.

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Antragstellung

Die Antragstellung für die Novemberhilfen erfolgt grundsätzlich durch

  • Steuerberater*innen,
  • Wirtschaftsprüfer*innen,
  • vereidigten Buchprüfer*innen oder
  • Rechtsanwält*innen.

So soll ein Missbrauch verhindert werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung!

Eine Ausnahme gilt für Soloselbstständige. Diese sind bis zu einem Förderungshöchstsatz von 5.000 Euro selbst zur Antragstellung berechtigt.

Höhe der Zuschüsse

Liegen die Anspruchsvoraussetzungen vor, so erhalten betroffene Unternehmen 75 % des ihnen entgangenen Umsatzes ersetzt, jedoch maximal 1 Million Euro.

Die Auszahlung erfolgt in Form einer Kostenpauschale als Einmalzahlung. So sollen Unternehmen schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Jedoch ist zu beachten, dass andere staatliche Leistungen auf den Förderungszeitraum der Novemberhilfen angerechnet werden.

Hierzu zählen insbesondere Überbrückungshilfen und auch das Kurzarbeitergeld.

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Anrechnung von Einnahmen

Darüber hinaus ist eine Anrechnung von Einnahmen aufgrund eines umgestellten Geschäftsmodells nur begrenzt vorgesehen.

Bis zu einer Höhe von 25 % des Vergleichsumsatzes werden Umsätze im November daher auf die neuen Hilfen nicht angerechnet.

Beispiel:
Herr Müllers Unternehmen erwirtschaftete im November 2019 10.000 Euro. Im Rahmen der Novemberhilfen erhält er eine Förderung von 7.500 (75 %). Darüber hinaus kann er im November 2020 bis zu 2.500 Euro (25 %) einnehmen, ohne dass diese auf die Novemberhilfe angerechnet werden.

Sonderregelung für Restaurants und Gaststätten

Eine Sonderregelung gilt für Restaurants und Gaststätten, die auf einen Außer-Haus-Verkauf oder Lieferdienst umgestellt haben. Für diese ist als Vergleichswert nur der Umsatz, der dem vollen Mehrwertsteuersatz unterfällt (In-Haus-Verkäufe), anzusetzen. Im Gegenzug werden Außer-Haus-Verkäufe unabhängig von ihrer Höhe nicht angerechnet.

Beispiel:
Ein Restaurant erwirtschaftet im November 2019 10.000 Euro. Hiervon handelt es sich bei 8.000 Euro um In-Haus- sowie bei 2.000 Euro um Außer-Haus-Verkäufe.
Das Unternehmen erhält als Förderung 6.000 Euro (75 % von 8.000 Euro). Daneben kann er unbegrenzt viel Umsatz durch Außer-Haus-Verläufe erzielen.

Auszahlung und Zeitrahmen

Die Antragstellung soll über ein Online-Formular erfolgen. Dieses wird derzeit noch programmiert.

Liegen die Anspruchsvoraussetzungen vor, so erfolgt eine Auszahlung über die durch die Überbrückungshilfe bekannten Wege durch die Länder.

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Weitere Fragen?

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen zur Verfügung. Gerne unterstützen wir Sie auch bei den notwendigen Vergleichsrechnungen und stellen für Sie die erforderlichen Anträge. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

Schon gewusst? Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater in Bredeney sind auch verkehrsgünstig aus Rüttenscheid, Kettwig oder Werden zu erreichen!

Rufen Sie uns an 0201/24030.

Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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