Badrenovierungskosten sind nicht als Aufwendungen abzugsfähig

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Steuerberatung

Fallen Kosten für die Renovierung eines Raums an, der ausschließlich oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang privaten Wohnzwecken dient (z.B. das Bad), sind diese Kosten nicht abziehbar. Das bestätigte der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 14.05.2019. 

Sachverhalt

Im Streitfall hatten die zusammen veranlagten Kläger im Jahr 2011 das Badezimmer und den vorgelagerten Flur in ihrem Eigenheim umfassend umgebaut. In dem Eigenheim nutzte der Kläger ein häusliches Arbeitszimmer für seine selbstständige Tätigkeit als Steuerberater, das 8,43% der Gesamtfläche ausmachte. Der Kläger machte für das Streitjahr 8,43% der entstandenen Umbaukosten gemäß § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b S. 2, S. 3 EStG als Betriebsausgaben im Zusammenhang mit seinem häuslichen Arbeitszimmer geltend. Diese Aufwendungen in Höhe von rund 4.000 Euro berücksichtigte das Finanzamt – mit Ausnahme der Kosten für den Austausch der Tür zum Arbeitszimmer – nicht.

Keine anteilige Abzugsfähigkeit der Kosten des Bad- und Flurumbaus

Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung, können die Kosten dafür unbeschränkt steuermindernd geltend gemacht werden. Abzugsfähig sind diejenigen Kosten, die direkt dem Arbeitszimmer zugeordnet werden können, sowie anteilige Aufwendungen für das ganze Gebäude (z.B. Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen, Dachreparatur). Sie sind nach dem entsprechenden Flächenverhältnis aufzuteilen.

Nicht anteilig abzugsfähig sind jedoch Kosten für einen Raum, der wie im Streitfall das Badezimmer und der Flur der Kläger ausschließlich – oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang – privaten Wohnzwecken dient. Erfolgen Baumaßnahmen in Bezug auf einen privat genutzten Raum, fehlt es an Gebäudekosten, die nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und anteilig abzugsfähig sind. 

Fall nicht abschließend beurteilt

Abschließend beurteilen konnten die Richter den Fall jedoch nicht. Grund dafür waren die fehlenden Feststellungen der Vorinstanz zu den ebenfalls streitigen Umbaukosten der Rollläden im Haus. Denn je nachdem, wo diese angebracht wurden, käme auch hier keine Abzugsfähigkeit in Betracht, z.B. wenn die Rollläden an den Fenstern des Wohnzimmers angebracht worden sind.

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Schumacher | Rechtsanwälte · Notare · Steuerberater

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