Arbeitsrecht 2021: Quarantäne kann Urlaub sein

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Wer sich im Urlaub befindet, sich währenddessen mit dem Coronavirus infiziert hat und deshalb in Quarantäne ist, kann seine Urlaubstage nicht „zurückverlangen“. Dies hat das Arbeitsgericht (ArbG) Bonn mit Urteil vom 07.07.2021 entschieden.

Der Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin hatte geklagt, weil sie während ihres Erholungsurlaubes auf behördliche Anordnung in Quarantäne musste. Daraufhin hatte sie von ihrem Arbeitgeber verlangt, dass er ihr die Tage, an denen sie Urlaub hatte und in Quarantäne war, zurückgewährt. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hatte sie für den Zeitraum nicht eingereicht.

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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erforderlich

Aus diesem Grund lehnte nun das ArbG den geltend gemachten Anspruch auf Rückgewährung der Urlaubstage ab. Die Voraussetzungen für die Nachgewährung von Urlaubstagen bei einer Arbeitsunfähigkeit lägen nämlich nicht vor. Denn die Arbeitnehmerin konnte ihre Arbeitsunfähigkeit nicht durch ein ärztliches Zeugnis habe nachweisen.

Eine behördliche Quarantäneanordnung allein stehe einem ärztlichen Zeugnis über die Arbeitsunfähigkeit nicht gleich, so das Gericht. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit obliege alleine dem behandelnden Arzt, weil eine Erkrankung mit COVID-19 führe nicht zwingend zu einer Arbeitsunfähigkeit.

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Erholung auch in Quarantäne möglich

Auch wer in Quarantäne sitzt, weil er sich mit Corona infiziert hat, kann seinen Urlaub unter Umständen noch genießen, so das Urteil. Nur wer tatsächlich krankgeschrieben wird, kann seine Urlaubstage vom Arbeitgeber zurück verlangen.

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Fazit

Wer im Urlaub wegen Corona in Quarantäne muss, kann nicht automatisch seine Urlaubstage zurück verlangen. Erforderlich ist, dass der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin tatsächlich auch krankgeschrieben wird. Die behördliche Anordnung für die Quarantäne reicht alleine nicht aus.

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