Anspruch auf Kindergeld

veröffentlicht am in der Kategorie Allgemein Familienrecht

Kindergeld ist eine steuerliche Ausgleichszahlung der Familienkasse und dient der Grundversorgung von in Deutschland lebenden Kinder. Der Anspruch entsteht mit Geburt des Kindes automatisch. Er endet grundsätzlich mit Vollendung des 18. Lebensjahres, kann jedoch auch darüber hinaus fortbestehen.

Beantragung von Kindergeld

Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung handelt es sich beim Kindergeld nicht um eine Sozialleistung, sondern vielmehr um eine steuerliche Ausgleichszahlung. Diese soll zugleich die grundlegende Versorgung eines Kindes sicherstellen. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht automatisch mit der Geburt des Kindes rückwirkend für den gesamten Monat, die Auszahlung muss jedoch schriftlich bei der Familienkasse beantragt werden. Hierfür stellt die Familienkasse Antragsformulare zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der Antrag ist bis zu sechs Monate rückwirkend möglich. Im Folgenden wird das Kindergeld von der Familienkasse an festgelegten Terminen per Überweisung ausbezahlt.

Beispiel:
Wird ein Kind am 29.04. geboren, so erhalten die Erziehungsberechtigten auch für den Monat April bereits Kindergeld in voller Höhe.

Eine Ausnahme für die Beantragung gilt für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst, für die die Familienkasse nicht zuständig ist. Sie müssen das Kindergeld unmittelbar bei ihrem Dienstherrn bzw. der Vergütungsstelle beantragen und erhalten dieses direkt mit ihren monatlichen Bezügen ausbezahlt.

Voraussetzungen des Kindergeldanspruchs

Der Anspruch auf Kindergeld ist an die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, deren Einhaltung in regelmäßigen Abständen von der Familienkasse überprüft wird, geknüpft. Kindergeld erhält immer nur eine Person; auch bei getrennt lebenden Eltern kann damit nur ein Elternteil Kindergeld beantragen. Grundsätzlich besteht der Anspruch demnach für Kinder unter 18 Jahren, die im eigenen Haushalt in Deutschland leben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Kindergeldanspruch damit auch beispielsweise für Stiefkinder, Enkelkinder oder Pflegekinder bestehen.

Kindergeld für volljährige Kinder

Außerdem kann der Kindergeldanspruch auch über das 18. Lebensjahr hinaus fortbestehen. Befindet sich das Kind auch weiterhin in der Schul- bzw. Berufsausbildung, wird Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahr weiterbezahlt. Ist es bei der Agentur für Arbeit als ausbildungs- bzw. arbeitssuchend gemeldet, besteht der Anspruch bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs fort.

Über das 25.Lebensjahr hinaus kann der Anspruch auf Kindergeld weiterbestehen, wenn sich das Kind zum Beispiel freiwillig für die Dauer von nicht mehr als drei Jahren für den Wehrdienst verpflichtet hat.

Berücksichtigung nach Abschluss einer Erstausbildung

Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder eines Erststudiums und vor Vollendung des 25. Lebensjahrs kann kein Kind weiterhin für das Kindergeld berücksichtigt werden, wenn es einer weiteren Ausbildung nachgeht. Schädlich ist dann aber eine Erwerbstätigkeit, die einen Umfang von 20 Stunden in der Woche überschreitet. Handelt es sich bei der Beschäftigung jedoch um eine Berufsausbildung oder eine geringfügige Beschäftigung, gilt dieses nicht.

Kindergeld für behinderte Kinder

Für behinderte Kinder mit einem Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50, deren Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist und die aufgrund ihrer Behinderung außerstande sind, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, besteht der Kindergeldanspruch unabhängig von einer Altersgrenze fort. Dies ist der Fall, wenn das Einkommen des Kindes unterhalb des Grundfreibetrags 9168 Euro liegt (Stand: 01.01.2019).

Höhe des Kindergeldanspruchs

Die Höhe des Kindergelds ist abhängig von der Anzahl der Kinder gestaffelt. So bekommen Eltern für das erste und zweite Kind 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und ab dem vierten Kind 225 Euro monatlich. Nach dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD werden diese Beträge ab dem 01.07.2019 um weitere 10 Euro monatlich erhöht.

Beispiel:

Eine Familie mit zwei Kindern erhält so monatlich 388 Euro (194+194 Euro).
Eine Familie mit drei Kindern monatlich 588 Euro (194+194+200 Euro).

Der Kindergeldanspruch besteht grundsätzlich nur für Kinder, die im eigenen Haushalt wohnen. Kinder, die nicht im eigenen Haushalt wohnen, werden jedoch als sogenannte ‚Zählkinder‘ in den Anspruch einbezogen. Der Kindergeldanspruch für weitere Kinder erhöht sich danach anhand der kinderzahlabhängigen Staffelung.

Beispiel:

Max und Anna haben zwei gemeinsame Kinder, die auch bei ihnen wohnen. Außerdem hat Max einen weiteren Sohn aus seiner ersten Ehe, der jedoch bei seiner Mutter wohnt.
Anna hat Anspruch auf Kindergeld für zwei Kinder (388 Euro).
Beantragt Max Kindergeld, kann er dies für drei Kinder tun. Für seinen bei der Mutter wohnen Sohn erhält er zwar kein Kindergeld, jedoch zählen die gemeinsamen Kinder als zweites (194 Euro) und drittes (200 Euro) Kind, so dass sich der Kindergeldanspruch auf 394 Euro erhöht.

Kindergeld als finanzielle Entlastung für die Familie

Das Kindergeld stellt damit eine wichtige Entlastungsmöglichkeit für in Deutschland lebende Familien dar und wird unabhängig vom Einkommen der Eltern an diese ausbezahlt. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht automatisch mit der Geburt eines Kindes, jedoch ist für die Auszahlung ein Antrag erforderlich . Die Höhe des Kindes ist anhand der Kinderzahl gestaffelt und wird zum 01.07.2019 erneut erhöht.

Der Kindergeldanspruch besteht mindestens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Das Fortbestehen des Anspruchs auch über das 18. Lebensjahr hinaus ist abhängig von der Ausbildungs- und Arbeitssituation des Kindes.

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